Themengeber
Amt der NÖ Landesregierung Abteilung Naturschutz RU5

Themeninhalt
Beim Einhorn-Trüffelkäfer (Bolbelasmus unicornis) handelt es sich um eine Art, die in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet ausgesprochen selten ist. Aus Österreich existieren nur wenige Fundmeldungen, die Datenlage ist unzureichend. Ebenso ist wenig über ihre mycetophage Ernährungsweise der Imagines und Larven von hypogäischen Pilzen bekannt. Aufgrund der verborgenen Lebensweise und des im gesamten Verbreitungsgebiet nur sporadischen Auftretens der Art ist nur wenig über sie bekannt. Als Lebensraum werden licht- und wärmebegünstigte Wälder, vor allem Eichenwälder mit den entsprechenden unterirdischen Pilzen (u. a. auch Trüffeln) genannt. Aufgrund des Vorkommens dieser Waldgesellschaften eignet sich das Europaschutzgebiet “Weinviertler Klippenzone” im besonderen Maße, wissenschaftliche Arbeiten durchzuführen, die neben der Entwicklung einer geeigneten Erhebundsmethodik Fragen zur Lebensweise behandelt und einen Überblick über das Vorkommen im Untersuchungsgebiet gibt.

Hinweis:
Das Thema kann entweder für eine Master/Diplomarbeit oder eine Dissertation/PhD herangezogen werden.

Ziele der wissenschaftlichen Arbeit
Verbesserter Wissensstand durch Datenerhebung zur Verbreitung und zu den Lebensraumansprüchen von Bolbelasmus unicornis im Europaschutzgebiet “Weinviertler Klippenzone” einschließlich der Entwicklung einer gezielten Erhebungsmethodik. Ergebnisaufbereitung zu Funddaten (GIS-Format) und Habitateigenschaften sowie Formulierung konkreter Artenschutzmaßnahmen und allgemeiner Handlungsempfehlungen.

Motivation für die wissenschaftliche Themenstellung
Bei Bolbelasmus unicornis handelt es sich um eine Käferart, die aufgrund des Verlusts von licht- und wärmebegünstigten Wäldern und aufgrund der Empfindlichkeit ihrer Nahrungsgrundlage gegenüber chemischer Umweltbelastungen europaweit stark bedroht ist. In der Europäischen Union wird die Art durch die Anhänge II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) streng geschützt und gilt als Art des gemeinschaftlichen Naturschutzes. In Anhang II der Richtlinie werden Tier- und Pflanzenarten genannt, deren Habitate durch Schutzgebiete im europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000 eingerichtet werden müssen. Anhang IV ist eine Liste von Tier- und Pflanzenarten, die unter dem besonderen Rechtsschutz der EU stehen, weil sie selten und schützenswert sind. Weil die Gefahr besteht, dass die Vorkommen dieser Arten für immer verloren gehen, dürfen ihre "Lebensstätten" nicht beschädigt oder zerstört werden. Dieser Artenschutz gilt nicht nur in dem Schutzgebietsnetz NATURA 2000, sondern in ganz Europa. Für Österreich ist von einer Einstufung als „Vom Aussterben bedroht“ auszugehen (Dostal & Barries 2019). Aufgrund der unzureichenden Datenlage und der unausgereiften Erhebungsmethodik scheint eine wissenschaftliche Berabeitung in Hinblick auf eine wirksame Schutzstratgiem essentiell Die Arbeit ist zudem als Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt (Biodiversität) zu verstehen.

TOP-Stipendium Themenbörse Abschlussarbeiten
Studierende können ganzjährig ein TOP-Stipendium des Landes NÖ beantragen (unabhängig vom NÖ Wohnsitz).
Bachelorarbeit: einmalig pauschal 500 Euro
Master-/Diplomarbeit: einmalig pauschal 1.000 Euro